Jerusalem versucht mit Nachdruck einen internationalen Konflikt mit dem Iran, wegen dessen angeblichen Baus einer Atombombe, auszulösen. Dabei ist Israel selbst die fünftgrößte Atommacht der Welt – ein nicht ganz geheimes Geheimnis …
Die israelische Regierung wird nicht müde, gegen den Iran wegen dessen angeblichen Baus einer Atombombe aufzuwiegeln, und es wird wohl auch gelingen, einen internationalen Konflikt (das heiß Krieg) gegen den Gottesstaat auszulösen. Dabei ist überhaupt nicht bewiesen, dass der Iran Atomwaffen besitzt oder herstellen kann. Erinnerungen an die Lügen der Bush-Administration zum angeblichen Massenvernichtungswaffen-Besitz von Saddam Hussein werden wach und sollten zu denken geben.
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Heuchelei und Doppelmoral
Bei all der Hysterie und Empörung über den Iran wird allerdings verschwiegen, dass Israel selbst bis an die Zähne mit Atomwaffen ausgerüstet ist. Dabei ist das Land offiziell gar kein Atomwaffenstaat. Doch der Westen duldet den israelischen Besitz nuklearer Waffen, während er den Erwerb durch andere Staaten verurteilt. Heuchelei und Doppelmoral auch hier.
Der jüdische Staat gibt sich selbst verschwiegen, wenn es um den Besitz von Atomwaffen geht, und unterliegt somit (wen wunderts?) keiner internationalen Kontrolle. Schätzungen zufolge soll Israel bis zu 200 Atomwaffen und ein hoch entwickeltes Trägersystem besitzen. Dadurch würde es auf Platz fünf in der Liste der Atomwaffenmächte rücken.
Da jegliche Informationen über israelische Atomwaffen streng geheim gehalten werden, überrascht es nicht, dass der Atomtechniker Mordechai Vanunu, der 1986 erstmals darüber berichtete, zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt wurde; davon die meiste Zeit in Isolierhaft.
Israelische Massenvernichtungswaffen
Die israelischen Atomwaffen wurden im Negev-Atomforschungszentrum bei Dimona entwickelt und gebaut. Übrigens werden dort auch chemische Waffen, unter anderem die Nervengase Tabun, Sarin und VX, hergestellt.
Frankreich half beim Bau eines Atomreaktors und einer Plutoniumherstellungsanlage, die schon 1964 in Betrieb ging. Heute besitzt Israel das größte und am höchsten entwickelte nukleare Arsenal außerhalb der fünf offiziell anerkannten Atomwaffenstaaten. Das Tritium für die Erhöhung der Explosivkraft der Atombombe wird ebenfalls in Dimona hergestellt. Es gibt viele glaubwürdige Berichte über Atomtests in der Negev-Wüste und die Beteiligung Israels an den Atomtests von Frankreich und Südafrika.
Israelischen Quellen belegen zudem, dass auch miniaturisierte atomare Artilleriegranaten und Raketen mittlerer Reichweite existieren. Schätzungen zufolge werden vier bis fünf Sprengköpfe pro Jahr herstellt. Der gegenwärtige Bestand soll aus taktischen Atomwaffen bestehen, die im Nahen Osten eingesetzt werden könnten. Dazu sollen auch Raketen, Cruise Missiles und Neutronenbomben gehören, die mit hoher Gammastrahlung und wenig Sprengwirkung mehr auf Menschen als auf Gebäude zielen. Interessant sind auch die U-Boot-gestützten Kernwaffenträger an Bord der von Deutschland gelieferten Dolphin-Klasse, die sowohl AGM-84 Harpoon als auch Raketen mittlerer Reichweite russischer Bauart verschießen können. Andere Informationen gehen von 400 bis 500 Sprengsätzen aus, deren Gesamtsprengkraft auf etwa 50 Megatonnen geschätzt wird. Mit diesen sind Atomminen, Artilleriegranaten, Torpedos, Marschflugkörper, Raketen und Flugzeugbomben bestückt.
Israelische Ethnobombe gegen Araber?
Biologische und chemische Waffen komplettieren das riesige Potenzial israelischer Massenvernichtungswaffen. Die Sunday Times berichtete am 15.11.1998, dass Israel seit den 1990er-Jahren gar an einer »Ethno-Bombe« arbeite. Dabei werde versucht, Ergebnisse der Genforschung zur Identifizierung eines spezifischen Gens zu nutzen, das ausschließlich Araber tragen würden. Sei dies erst einmal gelungen, ließen sich mithilfe der Gentechnik tödliche Bakterien oder Viren herstellen, die nur Menschen mit diesen Genen attackieren. Bisher bleibt dies jedoch nur eine halb begründete Spekulation.
Halbwahrheiten und Lügen
Offiziell hat Israel niemals zugegeben, Atombomben und kleinere Atomwaffen zu besitzen. Seit über 40 Jahren dringen nur Halbwahrheiten und Lügen nach außen. Aber hin und wieder kommt doch etwas an die Öffentlichkeit: Shimon Peres, Israels ehemaliger Außenminister, bestätigte erstmals den Atomwaffenbesitz in einem Fernsehdokumentarfilm.
Im Dezember 2006 nannte Israels Premier Ehud Olmert sein Land in einem Atemzug mit den Atommächten USA, Frankreich und Russland. Dies löste Empörung aus und der Iran verlangte die Einschaltung des UN-Sicherheitsrates. Olmerts Büro behauptete dann, dass die Aussagen des Premierministers falsch interpretiert worden seien und der israelische Botschafter in Deutschland, Schimon Stein, sagte: »Israel wird nicht der erste Staat im Nahen Osten sein, der Atomwaffen einführt.«
Aber warum bezeichnete der stellvertretende Direktor der Israelischen Atomenergie Kommission, Dr. Ariel Levite, im Januar 2007 Israel als eines der »nuklearen Schwellenländer«, die außerhalb des Nichtverbreitungsvertrages bleiben? Der israelische Atomexperte Oded Brosh erklärte: »… wir müssen uns nicht schämen, dass die Kernwaffenoption ein Hauptinstrument unserer Verteidigung als Abschreckung gegen alle ist, die uns angreifen.« Yitzhak Shamir sagte 1987: »Wenn Israel allein gelassen wird, wird es keine andere Wahl haben, als auf eine riskante Verteidigung zurückzugreifen, die es selbst und die Welt stark gefährden wird.« Der amerikanische Ex-Präsident Jimmy Carter sagte in der Londoner Times: »Israel has 150 nuclear weapons in its arsenal«, und auch der ehemalige US-Verteidigungsminister Robert Gates stellte fest, dass Israel eine Atommacht sei.
»Templerwaffen« und »Samson-Option«
Das nichtgeheime Geheimnis ist also: Die Jerusalemer Regierung verfügt über Atomwaffen (Deckname: »Templerwaffen«). Die israelische Atombombe gilt als letzte Option, bevor die vollständige israelische Vernichtung droht. Das hat die Regierung in der Vergangenheit unmissverständlich klargestellt und dadurch indirekt schon den Besitz zugegeben.
Die Medien nannten dies »Samson-Option«, weil in der biblischen Geschichte Samson die Säulen des Königspalastes zerstörte, um die Philister zu vernichten.
Natürlich will man uns weismachen, dass Israel seine riesigen Atombomben- und Waffenarsenale nur aus »Selbstverteidigungsnotwendigkeiten« benötigt. Trotzdem: Allein die Tatsache, dass man zu den Atombomben auch noch so viele taktische und miniaturisierte Atomwaffen besitzt, zeigt, dass diese Waffen auch offensiv eingesetzt werden können.
Israel wird Atomwaffen einsetzen
Israel ist durchaus bereit, atomare Waffen einzusetzen, das zeigt die Vergangenheit: Während des Sechs-Tage-Krieges im Juni 1967 hatte der jüdische Staat bereits zwei Uran-Atombomben zum Einsatz vorbereitet. Sie sollten dann benutzt werden, wenn der Erfolg des konventionell geführten Präventivkrieges gegen seine arabischen Nachbarn ausgeblieben wäre.
Im Yom-Kippur-Krieg, am 8. Oktober 1973, erteilte die israelische Regierung sogar den Befehl, 13 Atomwaffen für den Einsatz gegen die militärischen Hauptquartiere der Angreifer in Kairo und Damaskus scharf zu machen. Zuvor hatte Verteidigungsminister Moshe Dayan den Zusammenbruch der israelischen Defensivoperationen im Zweifrontenkrieg prognostiziert. Mit dieser nuklearen Drohung gelang es der israelischen Regierung schließlich, von den USA massive Nachschublieferungen an Munition und Rüstungsmaterial zu erpressen. Auch während des Angriffes auf den Libanon im Jahre 1982 schlug der damalige Verteidigungsminister Ariel Scharon vor, man solle Syrien mit Nuklearwaffen angreifen. Im Januar 2007 meldeten zwei britische Zeitungen, dass Israel darüber nachdenke, taktische Nuklearwaffen gegen den Iran einzusetzen. Das alles spricht dafür, dass Israel nicht vor dem Gebrauch atomarer Waffe zurückschreckt.
Ein Friedensnobelpreisträger als Befürworter von Massenvernichtungswaffen
Ausgerechnet der bei uns so hoch geachtete Friedensnobelpreisträger Shimon Peres gilt als einer der entscheidenden Drahtzieher des israelischen Massenvernichtungswaffenprogramms. Er charakterisierte dieses Konzept so: »Ein überlegenes Waffensystem zu beschaffen, bedeutet die Möglichkeit, es für die Ausübung von Druck zu nutzen – das heißt die andere Seite zu zwingen, Israels Forderungen zu akzeptieren, was wahrscheinlich die Forderung einschließt, dass der traditionelle Status quo akzeptiert und ein Friedensvertrag unterzeichnet wird.« Darüber hinaus garantiere das Nuklearwaffenpotenzial die uneingeschränkte Unterstützung des amerikanischen Verbündeten einerseits und verhindere eine unangemessene Parteinahme Europas zugunsten der arabisch-palästinensischen Position andererseits.
Was für andere gilt, gilt nicht für Israel
Natürlich spricht Israel nicht über eine Rüstungskontrolle bei sich, lediglich andere Staaten werden aufs Schärfste attackiert. Bisher weigert sich die Regierung in Jerusalem strikt, die eigene nukleare Frage auf die Tagesordnung zu setzen. Damit ignoriert sie das Ziel der UN, eine nuklearwaffenfreien Zone im Nahen Osten zu schaffen und auch die einschlägigen Resolutionen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA. Der jüdische Staat demonstriert damit wieder einmal, dass er, wenn es um seine vermeintliche Sicherheit geht (das heißt um die Durchsetzung eigener geopolitischen Strategien), jederzeit bereit ist, Völkerrecht und Menschenrechte zu missachten.
Israel mit seiner aggressiven Außenpolitik und einem unberechenbaren, rechtsradikalen Außenminister scheint momentan gefährlicher zu sein, als der Iran, und dennoch werden von der UN keine Sanktionen gegen den Massenvernichtungswaffen-Staat gefordert. Was für andere gilt, gilt noch lange nicht für Israel. So ist es seit 1948 und so wird es wohl auch bleiben.
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